A7XPilo
11.05.2009, 23:24
Als Goalie hat man es nicht leicht im Eishockey. Das durfte auch ich zu spüren bekommen.
Als ich im Sommer 2008 ein Angebot von den Manchester Monarchs bekam, wusste ich noch nicht, was alles in den kommenden Jahren auf mich zu kommen sollte. Ich spielte vorher schließlich auch nur in den unteren Ligen Deutschlands, wie kamen die Monarchs darauf ausgerechnet mich zu verpflichten. Doch dies sollte mir nun auch egal sein, ich bekam immerhin die Chance in der AHL zu spielen und den großen Durchbruch zu schaffen.
Wer ich überhaupt bin? Mein Name ist Mario Hoops, bin ein Stand-Up Goalie und habe die Fanghand auf meiner rechten Seite. Auf meinem Trikot trage ich stolz die Nummer 91. Nach dem Traningscamp im Spätsommer, ging es Anfang Oktober los mit den Spielen in der AHL. Ich dachte mir, ich wäre nur als Back-Up Goalie gesetzt und würde nur gelegentlich zum Einsatz kommen, doch darin hatte ich mich getäuscht. Das erste Spiel der Saison war gleich für mich reserviert. Es ging gegen die Worcester Sharks; ein Auswärtsspiel. Ich war tierisch nervös und am Abend des 5.10.2008 ging es los. Das Licht in der Halle ging aus und wir als Gästeteam liefen zuerst ein. Eine ungemütliche Atmosphäre herrschte dort, die Fans pfiffen uns aus und ich wurde noch nervöser, als ich sowieso schon war. Und dann ging es los. Der Schiri pfiff das Spiel an und ich stand sofort unter Dauerbeschuss. Ich hielt, was zu halten war doch ich bekam 2 Gegentreffer nach nur kurzer Zeit. Meine Vorderleute bemühten sich gar nicht das Spiel auszugleichen und so lag alles an mir, um das Endergebnis nicht allzu schlecht aussehen zu lassen. Am Ende verloren wir mit 4:0. Ich war enttäuscht von mir und von der gesamten Mannschaftsleistung. Am nächsten Morgen ging es zurück nach Manchester.
Die folgenden Monate verliefen sehr gut für mich, ich feierte einen Sieg nach dem anderen und die Mannschaft spielte immer besser zusammen. Der Coach lobte mich oft und trotzdem durfte ich nicht bei den Los Angeles Kings spielen. Am Ende der Saison standen wir auf dem ersten Tabellenplatz und zu meiner Enttäuschung durfte ich die Playoffs nicht spielen. Ich war sauer, riss mir die ganze Saison über den A**** auf für die Mannschaft und durfte die spannende Endrunde nicht spielen. Mit Jonathan Bernier im Tor flogen wir gleich im Viertelfinale raus.
Nach dieser Saison bekam ich ein paar Angebote und ich entschied mich für das Angebot der Edmonton Oilers. Ich erhoffte mir den großen Durchbruch, zumal das Goaliegespann der Oilers nicht sehr vielversprechend war. Doch ich musste wieder in der AHL anfangen. Ich spielte zwei Spielzeiten bei den Springfield Falcons. Meine Leistungen waren mittelmäßig bis gut und im zweiten Jahr holten wir den Calder Cup. Nach diesen zwei Jahren stand für mich wieder mal ein Tapetenwechsel an. Ich folgte einem Angebot der New York Rangers . Nach 7 sehr erfolgreichen Spielen bei den Hartford Wolfpack bekam ich eine E-Mail von meinem Coach. Als ich sie öffnete staunte ich nicht schlecht. Ich bekam die Chance mich bei den New York Rangers zu beweisen. Damit hätte ich nicht gerechnet. Die Rangers hatten ein gutes Goaliegespann, Roberto Luongo und Henrik Lundquist. Mein erstes NHL Spiel stand also vor der Tür. Auf meinem kleinen Pocketkalender sah ich, dass wir gegen die Florida Panther spielen. Am selben Abend sollte es noch los gehen.
Als ich in der Kabine saß kam mein Coach auf mich zu und ich erfuhr, was von mir verlangt wurde. Ein Sieg musste her, komme was wolle. Außerdem sollte ich eine Fangquote von Minimum 93% erreichen. Ich stand wahnsinnig unter Druck. Doch ich verdrängte dieses Gefühl und lief auf die Eisfläche. Es war dunkel und ich hörte unsere Fans schreien und singen. Ich bekam eine Gänsehaut am ganzen Körper, fuhr zu meinem Kasten und kratzte mir das Eis mit meinen Kufen zurecht. Nach kurzer Zeit ging das Licht wieder an und das Spiel ging los. Wir gingen schnell in Führung und konnten im zweiten Drittel auf 2:0 erhöhen. Doch dann kam der Einbruch. Zack, zack, zack. Meine Abwehr patzte, ich war unkonzentriert und schon stand es 2:3 für die Panther. Im letzten Drittel warfen wir alles nach vorn, doch der Ausgleich gelang uns nicht. 40 Sekunden vor Schluss verließ ich das Eis für einen sechsten Feldspieler. Doch auch das Empty Net Goal gelang den Panther noch. Und somit mussten wir uns mit 2:4 geschlagen geben. Ich fuhr niedergeschmettert vom Eis und trotzdem war ich unendlich glücklich endlich NHL Luft schnuppern zu dürfen. Die nächsten Wochen verliefen wie eine Achterbahnfahrt. Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage. Damit konnten wir uns leider nicht verbessern und standen in der Conference Tabelle weiterhin auf dem 14. Platz. Die Verantwortlichen der Rangers mussten handeln und somit wurde ich zu den New York Islanders getradet.
Dort spielte ich meine wohl schlechteste Saison. Der Trainer verbannte mich als Backup auf die Bank und ich schloss die Saison mit einem Gegentorschnitt von 3,50 und einer Fangquote von 86% ab. Nach dieser Saison lief mein Vertrag erneut aus. Trotz meiner schlechten Saison rissen sich die restlichen NHL Vereine um mich. Schließlich bekam ich 4 sehr ansprechende Angebote von meinem Agenten vor gelegt. Ich warf ein Blick auf die Angebote und fing an zu strahlen. Da lag doch glatt ein Angebot der San Jose Sharks vor mir. Ein Top Club der NHL. Ich träumte schon als Kind davon, bei den Sharks zu spielen und nun sollte es Wirklichkeit werden. Ich unterschrieb sofort und freute mich auf die kommende Saison. In den folgenden Monaten trainierte ich hart und so ging es im Oktober in meine 5. Saison in Übersee.
Der erste Spieltag stand an und unser Gegner war Florida. Ich hatte keine guten Erinnerungen an die Panther, doch dieses Spiel sollte anders werden. Wir gewannen 6:1 vor heimischem Publikum. Ich feierte meinen ersten Sieg im Dress der Sharks und spiele nun endlich in einem Verein, wo ich mich so richtig wohl fühle. Zum Glück läuft mein Vertrag voraussichtlich 3 Jahre. Diesen 3 Jahren blicke ich nun erfolgreich entgegen. Auf die nächsten Spiele!!!
Als ich im Sommer 2008 ein Angebot von den Manchester Monarchs bekam, wusste ich noch nicht, was alles in den kommenden Jahren auf mich zu kommen sollte. Ich spielte vorher schließlich auch nur in den unteren Ligen Deutschlands, wie kamen die Monarchs darauf ausgerechnet mich zu verpflichten. Doch dies sollte mir nun auch egal sein, ich bekam immerhin die Chance in der AHL zu spielen und den großen Durchbruch zu schaffen.
Wer ich überhaupt bin? Mein Name ist Mario Hoops, bin ein Stand-Up Goalie und habe die Fanghand auf meiner rechten Seite. Auf meinem Trikot trage ich stolz die Nummer 91. Nach dem Traningscamp im Spätsommer, ging es Anfang Oktober los mit den Spielen in der AHL. Ich dachte mir, ich wäre nur als Back-Up Goalie gesetzt und würde nur gelegentlich zum Einsatz kommen, doch darin hatte ich mich getäuscht. Das erste Spiel der Saison war gleich für mich reserviert. Es ging gegen die Worcester Sharks; ein Auswärtsspiel. Ich war tierisch nervös und am Abend des 5.10.2008 ging es los. Das Licht in der Halle ging aus und wir als Gästeteam liefen zuerst ein. Eine ungemütliche Atmosphäre herrschte dort, die Fans pfiffen uns aus und ich wurde noch nervöser, als ich sowieso schon war. Und dann ging es los. Der Schiri pfiff das Spiel an und ich stand sofort unter Dauerbeschuss. Ich hielt, was zu halten war doch ich bekam 2 Gegentreffer nach nur kurzer Zeit. Meine Vorderleute bemühten sich gar nicht das Spiel auszugleichen und so lag alles an mir, um das Endergebnis nicht allzu schlecht aussehen zu lassen. Am Ende verloren wir mit 4:0. Ich war enttäuscht von mir und von der gesamten Mannschaftsleistung. Am nächsten Morgen ging es zurück nach Manchester.
Die folgenden Monate verliefen sehr gut für mich, ich feierte einen Sieg nach dem anderen und die Mannschaft spielte immer besser zusammen. Der Coach lobte mich oft und trotzdem durfte ich nicht bei den Los Angeles Kings spielen. Am Ende der Saison standen wir auf dem ersten Tabellenplatz und zu meiner Enttäuschung durfte ich die Playoffs nicht spielen. Ich war sauer, riss mir die ganze Saison über den A**** auf für die Mannschaft und durfte die spannende Endrunde nicht spielen. Mit Jonathan Bernier im Tor flogen wir gleich im Viertelfinale raus.
Nach dieser Saison bekam ich ein paar Angebote und ich entschied mich für das Angebot der Edmonton Oilers. Ich erhoffte mir den großen Durchbruch, zumal das Goaliegespann der Oilers nicht sehr vielversprechend war. Doch ich musste wieder in der AHL anfangen. Ich spielte zwei Spielzeiten bei den Springfield Falcons. Meine Leistungen waren mittelmäßig bis gut und im zweiten Jahr holten wir den Calder Cup. Nach diesen zwei Jahren stand für mich wieder mal ein Tapetenwechsel an. Ich folgte einem Angebot der New York Rangers . Nach 7 sehr erfolgreichen Spielen bei den Hartford Wolfpack bekam ich eine E-Mail von meinem Coach. Als ich sie öffnete staunte ich nicht schlecht. Ich bekam die Chance mich bei den New York Rangers zu beweisen. Damit hätte ich nicht gerechnet. Die Rangers hatten ein gutes Goaliegespann, Roberto Luongo und Henrik Lundquist. Mein erstes NHL Spiel stand also vor der Tür. Auf meinem kleinen Pocketkalender sah ich, dass wir gegen die Florida Panther spielen. Am selben Abend sollte es noch los gehen.
Als ich in der Kabine saß kam mein Coach auf mich zu und ich erfuhr, was von mir verlangt wurde. Ein Sieg musste her, komme was wolle. Außerdem sollte ich eine Fangquote von Minimum 93% erreichen. Ich stand wahnsinnig unter Druck. Doch ich verdrängte dieses Gefühl und lief auf die Eisfläche. Es war dunkel und ich hörte unsere Fans schreien und singen. Ich bekam eine Gänsehaut am ganzen Körper, fuhr zu meinem Kasten und kratzte mir das Eis mit meinen Kufen zurecht. Nach kurzer Zeit ging das Licht wieder an und das Spiel ging los. Wir gingen schnell in Führung und konnten im zweiten Drittel auf 2:0 erhöhen. Doch dann kam der Einbruch. Zack, zack, zack. Meine Abwehr patzte, ich war unkonzentriert und schon stand es 2:3 für die Panther. Im letzten Drittel warfen wir alles nach vorn, doch der Ausgleich gelang uns nicht. 40 Sekunden vor Schluss verließ ich das Eis für einen sechsten Feldspieler. Doch auch das Empty Net Goal gelang den Panther noch. Und somit mussten wir uns mit 2:4 geschlagen geben. Ich fuhr niedergeschmettert vom Eis und trotzdem war ich unendlich glücklich endlich NHL Luft schnuppern zu dürfen. Die nächsten Wochen verliefen wie eine Achterbahnfahrt. Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage. Damit konnten wir uns leider nicht verbessern und standen in der Conference Tabelle weiterhin auf dem 14. Platz. Die Verantwortlichen der Rangers mussten handeln und somit wurde ich zu den New York Islanders getradet.
Dort spielte ich meine wohl schlechteste Saison. Der Trainer verbannte mich als Backup auf die Bank und ich schloss die Saison mit einem Gegentorschnitt von 3,50 und einer Fangquote von 86% ab. Nach dieser Saison lief mein Vertrag erneut aus. Trotz meiner schlechten Saison rissen sich die restlichen NHL Vereine um mich. Schließlich bekam ich 4 sehr ansprechende Angebote von meinem Agenten vor gelegt. Ich warf ein Blick auf die Angebote und fing an zu strahlen. Da lag doch glatt ein Angebot der San Jose Sharks vor mir. Ein Top Club der NHL. Ich träumte schon als Kind davon, bei den Sharks zu spielen und nun sollte es Wirklichkeit werden. Ich unterschrieb sofort und freute mich auf die kommende Saison. In den folgenden Monaten trainierte ich hart und so ging es im Oktober in meine 5. Saison in Übersee.
Der erste Spieltag stand an und unser Gegner war Florida. Ich hatte keine guten Erinnerungen an die Panther, doch dieses Spiel sollte anders werden. Wir gewannen 6:1 vor heimischem Publikum. Ich feierte meinen ersten Sieg im Dress der Sharks und spiele nun endlich in einem Verein, wo ich mich so richtig wohl fühle. Zum Glück läuft mein Vertrag voraussichtlich 3 Jahre. Diesen 3 Jahren blicke ich nun erfolgreich entgegen. Auf die nächsten Spiele!!!